Dienstag, den 3. Oktober 2017 um 11:50 Uhr

Belastung

Hier schreibt der Ehemann Daniel. Jetzt sind wir über 20 Monate beim Pilotprojekt VIBEL dabei. Auch beteiligen wir uns an der Weiterentwicklung des Abklärungsinstruments von Indibe. Das heisst, meine Frau und ich als Ehemann stellen uns als Testpersonen zur Verfügung, damit ab ungefähr 2020 (siehe PDF: Bericht von Mai 2017) die Bedarfsabklärung von allen Menschen mit Behinderung im Kanton Bern auch wirklich gut funktioniert. Allerdings merken wir mehr und mehr, dass die Mitarbeit am Pilotprojekt bei uns Spuren hinterlässt.

Ich möchte hier ein Teilthema herauspicken, das uns besonders Bauchweh macht.

Arbeitsverhältnis

Man spricht nicht gerne darüber, aber wer kennt das als Arbeitnehmer nicht? Bei der Arbeit gibt es immer so zwischenher menschliche Reibereien. Zum Beispiel der Arbeitskollege, der am Bürotisch immer mit höchster Lautstärke telefoniert. Und wenn man sich beim Chef beschwert, passiert nichts. Nehmen wir die Perspektive des Chefs an. Dieser Arbeitskollege ist wirklich etwas nervig, aber er schafft es irgendwie immer, der Firma Aufträge zu sichern. Nun kommt jemand und beschwert sich bei mir. Was soll ich machen? Ich verstehe ihn ja, aber es wäre wirklich nicht gut für die Firma, den Arbeitskollegen zu bremsen.

Kurz gesagt, Politik am Arbeitsplatz!

Nun haben wir leider mit Assistentinnen bei uns zuhause auch Arbeitspolitik in unseren vier Wänden. Und das bereitet uns je länger desto mehr Schwierigkeiten. Meine Frau meint unterdessen, dass die Politik mehr belastet und mehr Kraft raubt als dass die Assistentinnen entlasten. Also dass der Nettogewinn negativ ist.

Wir wissen noch nicht, wie wir damit umgehen.

Auf jeden Fall wurde auch im Bericht von Mai 2017 (weiter oben verlinkt) erwähnt, dass für Personen mit psychischer Beeinträchtigung die Teilnahme zum Teil belastend ist. Wir können dem zustimmen!