Dienstag, den 20. September 2016 um 12:03 Uhr

Dolmetscherin krank

Gestern wollten wir bei der Kantonalen Behindertenkonferenz Bern einen kleinen Input zur Umsetzung beim Pilotprojekt abgeben.

Die Geschäftsführerin hat uns vor etwa einem Monat eine Einladung zu einer Versammlung geschickt. Wir haben zugesagt. Wir haben die Gebärdensprachdolmetscherin informiert, über was genau wir berichten werden. Am Abend sind wir mit der Assistentin und den Kindern dann zum Versammlungsort gegangen. Wir haben extra mit der Assistentin abgemacht, dass sie diesen Abend länger bleibt, damit wir den Bericht machen können.

Leider bekamen wir vor Ort eine Absage von der Dolmetschvermittlung. Unsere Dolmetscherin ist krank geworden und kann nicht kommen. Die Dolmetschvermittlung konnte kurzfristig keinen Ersatz organisieren.

Ausser uns war noch eine andere Gehörlose da. Zu dritt beschlossen wir, dass wir den Bericht ohne Dolmetscherin nicht machen. Es wäre für uns knapp möglich gewesen, den Vortrag in Lautsprache zu halten, allerdings fallen wir Gehörlose als Gruppe aus der Kommunikation heraus. Rückfragen wären umständlich gewesen (Eintippen in einem Laptop). Zudem sind mehrere Gehörlose gar nicht erst gekommen, weil sie rechtzeitig erfahren haben, dass die Dolmetscherin nicht kommt. Hätten wir also den Bericht trotzdem gemacht, wären alle Gehörlose zu kurz gekommen.

Bevor jetzt jemand überlegt, dass eine technische Lösung wie eine automatische Übersetzung mit Hilfe von einem Avatar geholfen hätte, denkt daran: Google, eine Riesenfirma mit unheimlich grossen Ressourcen, schafft es bis heute nicht, Lautsprachen gut zu übersetzen. Übersetzungen von Google Translate sind im besten Fall lustig und im schlechtesten Fall komplett missverständlich. Und für Gebärdensprache?! Können wir komplett vergessen. Vielleicht erleben wir es noch in unserer Lebenszeit, dass ein Avatar entwickelt wird, der dolmetschen kann. Es ist aber auf jeden Fall klar, dass heute kein technisches Angebot für eine gute Übersetzung existiert. Wer eines kennt oder dieses Thema diskutieren will: Wir freuen uns auf E-Mails an [email protected].

Die Geschäftsführerin der KBK klärt jetzt ab, ob wir den Bericht bei der nächsten Versammlung im November nachholen können. Herzlichen Dank für die zweite Chance!